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115 Jahre Dienst an der Gemeinschaft

Freiwillige Feuerwehr Altenbruch kann auf Vorläufer aus 17. Jahrhundert zurückblicken

Die im Frühjahr 1892 gegründete Freiwillige Feuerwehr Altenbruch (FFA) hatte Vorläufer, die bis ins Jahr 17 Jahrhundert zurückverfolgbar sind. So handelt es sich bei der im Jahre 1672 gegründeten Feuergilde für Altenbruch und Lüdingworth um die erste urkundlich erwähnte Organisation für Altenbruch, in der sich Bürger zusammenschlossen, um gemeinsam Feuer zu bekämpfen. Zunächst leisteten 24 Altenbrucher Bürger freiwilligen Dienst für ihre Wehr. Feuerwehrtechnisches Gerät stand für die noch junge Wehr nur begrenzt zur Verfügung und wurde nach und nach angeschafft. Bereits im Gründungsjahr wurde eine Feuerwehrspritze besorgt. Ende 1893 kam der erst Mannschaftswagen hinzu -gebaut von dem Schmiedemeister und Feuerwehrkameraden Wilhelm Nübel- natürlich als Pferdegespann, das von 2 Pferden gezogen werden musste. Zwei Familien aus dem Orte stellten ihre Pferde entgeltlich für Einsatzfahrten zur Verfügung, wobei aber nur derjenige die Pferdeleihkosten bekam, der als erster seine Pferde anspannte. Seit Anbeginn ihrer Gründung zeigte sich eine Tiefe Verbundenheit der Altenbrucher Bürger mit der Freiwilligen Feuerwehr Altenbruch, die bis heute anhält. Unterstützung wurde durch passive Mitgliedschaften, Spenden und auf andere Art gewährt. Die FFA Altenbruch wurde auch zu Brandeinsätzen der Nachbargemeinden hinzugerufen. Wie ein heute noch vorliegendes Dankesschreiben der Stadt Otterndorf aus dem Jahre 1925 bezeugt, konnte die Altenbrucher Wehr trotz heftigen Schneefalls nach nur 1 Stunde nach Alarmierung eintreffen und tatkräftige Hilfe bei der Brandbekämpfung gewähren. Die Motorisierung der FFA erfolgte 1933 mit der Anschaffung eines gebrauchten "Adler­Sportwagens", der zu einem Mannschaftswagen umgebaut wurde und der auch die bereits einige Jahre zuvor angeschaffte Tragkraftspritze ziehen konnte. Seit 1965 verfügt die FFA ständig über 3 Fahrzeuge, einem Mannschaftstransportwagen, einem Löschfahrzeug und einem Tanklöschfahrzeug. Selbstverständlich werden diese Fahrzeuge regelmäßig erneuert. Das jüngste Fahrzeug, ein TLF 16, wurde den Altenbrüchern im Jahre 1998 übergeben. Befand sich das Gerätehaus zunächst in einer Scheune neben der Kirche, in der auch der Leichenwagen untergebracht war, erfolgte der Umzug in das heutige Gerätehaus im Jahre 1959. Der zur"Villa Gehben" gehörende ehemalige Stall wurde als Gerätehaus umgebaut, wobei zunächst nur das Erdgeschoss genutzt werden konnte. 1978 konnte dann mit viel Eigenleistung das Obergeschoss ausgebaut und als Schulungsraum genutzt werden. Bereits bei der Einweihung des Schulungsraums war klar, dass ein weiterer Anbau notwendig war, um alle Fahrzeuge und feuerwehrtechnisches Gerät sachgerecht unterzubringen. Die Verhandlungen mit Verwaltung und Politik über die Bereitstellung der erforderlichen Gelder fruchteten nach für Altenbrucher Verhältnissen langen Zeit, so dass der Erweiterungsbau erst zur 100 Jahrfeier bezogen werden konnte. In diesem Anbau sind auch heute noch das Löschfahrzeug und das Tanklöschfahrzeug untergebracht. Das auch durch die Gründung der Jugendfeuerwehr im Jahre 2000 starke Anwachsen der Wehr auf heute 37 Feuerwehrkameraden machte es notwendig, auf diesen Erweiterungsbau ein Obergeschoss zu setzen, das seit dem Jahre 2006 als Schulungsraum genutzt wird. Anfang 2004 wurde die Notwendigkeit dieser erneuten großen Baumaßnahme erkannt und dann auch zügig mit viel Eigenleistung und Unterstützung aus der Bevölkerung umgesetzt. Durch den verbesserten Brandschutz, kürzeren Alarmierungszeiten sind Feuereinsätze glücklicherweise seltener -aber nicht ungefährlicher- geworden. Der vermehrte Einbau von Kunststoffen machte es erforderlich, dass für die Brandbekämpfung Atemschutzgeräte angeschafft wurden. Die Einsatzschwerpunkte der FF Altenbruch haben sich verschoben auf die technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen. Durch die unfallträchtige B73 zwischen Altenbruch und Otterndorf und der Heerstraße in Richtung Altenwalde, sind die Kameraden der Altenbrucher Wehr häufig mit schwersten Unfallverletzungen konfrontiert. Seit über 25 Jahren ist die Erste- Hilfe- Ausbildung mit Unterstützung des DRK ein Schwerpunkt in der Fortbildung der jungen Männer und Frauen der Wehr. Aber auch für die Schiffsbrandbekämpfung sind die Feuerwehrkameraden aus Altenbruch ausgerüstet. Das 1999 angeschaffte Löschfahrzeug ist extra für die Schiffsbrandbekämpfung ausgerüstet und verfügt gegenüber einem normalen Löschfahrzeug über doppelt soviel Schlauchmaterial und Atemschutzgeräte. Kameradschaft und enge Verbundenheit mit ihrem Dorf zeichnen die Altenbrucher Feuerwehrkameraden aus. Die aus derzeit 10 Ehrenmitgliedern bestehende Altersabteilung der Wehr zeugt von dieser Verbundenheit. Nur hierdurch sind die aktiven Kameraden in der Lage, ihren manchmal nicht einfachen Ehrendienst zu verrichten. Erinnern doch die Geschichten von "damals" daran, das mit Besonnenheit und Einsatzbereitschaft auch mit einfachen Mitteln viel zu erreichen ist und der Mensch Mittelpunkt des Handelns und der Hilfeleistung ist. Ortsbrandmeister Albrecht Buddecke kann über eine schlagkräftige Ortswehr verfügen, die ihre Aufgabe durch stete Aus- und Fortbildung meistern wird, und sich der Unterstützung der Altenbrucher Bürger stets sicher sein.

Grußwort 100jähriges Bestehen" Freiwillige Feuerwehr Altenbruch"

Es ist uns eine ganz besondere Freude, der Freiwilligen Feuerwehr Altenbruch zu ihrem 100jährigen Bestehen die herzlichsten Glückwünsche der Stadt Cuxhaven aussprechen zu dürfen.

100 Jahre Freiwillige Feuerwehr in Altenbruch: das bedeutet eine Leistungsbilanz, auf die alle Mitglieder dieser Feuerwehr mit Recht stolz sein können, und für die wir als Stadt jederzeit dankbar waren und immer wieder dankbar sind. Wir denken ganz besonders an die vielen Freiwilligen, die ihre Freizeit im Dienste der Freiwilligen Feuerwehr für ihre Mitbürger opfern. Dabei beschränkt sich die Hilfeleistung nicht nur auf das Löschen von Feuer, sondern auch bei Unfällen und besonderen Witterungslagen bis zu Katastropheneinsätzen werden die freiwilligen Feuerwehrmänner aktiv. Gerade diese Dienste sind für die Stadt Cuxhaven von unschätzbarem Wert. Ohne sie stünden wir vor manchen unlösbaren Problemen.

Lassen Sie uns daher zusammen mit unserem Glückwunsch zugleich Dank sagen für alles, was von der Freiwilligen Feuerwehr Altenbruch für die Bürger dieser Stadt geleistet wird.Wirglauben,jederCuxhavener weiß es zu schätzen, daß wir in der Freiwilligen Feuerwehr Altenbruch eine Hilfsorganisation besitzen, die jederzeit einsatzbereit ist, auf die er sich verlassen kann.

Alles Gute für die Zukunft

Albrecht Harten

Oberbürgermeister

Nils Lindschau

Oberstadtdirektor

 

 

 

Grußwort 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Altenbruch

Die Freiwillige Feuerwehr Altenbruch wurde im Jahre 1892 von 24 verantwortungsbewußten Altenbrucher Bürgern gegründet.

Durch Eigeninitiative des 1. Wehrführers Hermann Reinecke, Spendenaufrufe an die Bevölkerung und Zuschüsse des Hadler Kreistages, zu der die ehemals selbständige Gemeinde Altenbruch gehörte, konnte noch imGründungsjahr die Wehr mit einer Feuerwehrspritze ausgerüstet und die Einkleidung der Feuerwehrmänner in blauer Uniform erfolgen.

So entwickelte sich in wenigen Jahren ein diszipliniertes Korps mit guten Feuerlöscheinrichtungen.Durch die stete und schnelle Einsatzbereitschaft erwarben sie sich auch bei den Nachbarwehren einen guten Namen.

Durch die Anschaffung einer Motorspritze, Sirenenalarmierung und Ausrüstung des Kommandeurs mit einem Telefon begann auch für die Altenbrucher Wehr das neue Zeitalter.

1959 zog die Feuerwehr Altenbruch nach erfolgtem Umbau in das Nebengebäude der Villa Gehben um.

Durch die Gebietsreform -1972-wurde Altenbruch ein Stadtteil von Cuxhaven und somit in die Gemeinschaft der 13 Freiwilligen Feuerwehren als Stützpunktwehr aufgenommen.

Das Fehlen eines Unterrichts- und Versammlungsraumes trieb die Feuerwehr Altenbruch1978 wiederum dazu, mit viel Eigenleistung das Feuerwehrgerätehaus dementsprechend umzubauen.

Im Jahre 1991 konnte der langersehnte Anbau für die Unterbringung der Fahrzeuge in Angriff genommen werden, da die alten Boxen für die Löschfahrzeuge der neuen Generation zu klein geworden waren und somit zu Beanstandungen seitens der Feuerwehrunfallkasse führten.

Dank der Bewilligung der Gelder durch den Rat der Stadt Cuxhaven konnte rechtzeitig zum 100jährigen Jubiläum die Wehr Altenbruch den erforderlichen Anbau mit viel Arbeitseinsatz größtenteils in Eigenleistung erstellen.

Der Freiwilligen Feuerwehr Altenbruch wünsche ich im Namen der anderen 13 Wehren fürdie Zukunft alles Gute. Danken möchte ich auch für den jahrelangen selbstlosen Dienst an der Allgemeinheit.

Hans-Georg Kohl Stadtbrandmeister

Grußwort 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Altenbruch

Es gehört zu den angenehmen Pflichten eines Ortsbürgermeisters, zu besonderen Anlässen die Glückwünsche der Ortsgemeinschaft überbringen zu dürfen. Mir ist es daher eine ganz besondere Freude, der Freiwilligen Feuerwehr Altenbruch zum 100jährigen Jubiläum gratulieren zu dürfen.

Es war und es ist leider auch heute noch keine Selbstverständlichkeit , wenn sich Bürger für Bürger einsetzen, besonders wenn dieser Dienst die Freizeit beschneidet. Die Männer der Freiwilligen Feuerwehr waren da immer eine rühmliche Ausnahme.

Bei zahlreichen Einsätzen haben die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Altenbruch bei Bränden, Hochwasser und Sturmfluten sowie bei kleinen und schweren Unfällen ihre Bereitschaft zur Schadensbekämpfung und -verhütung bewiesen. Dieser uneigennützige Einsatz hat das positive Bild der Feuerwehr in der Bevölkerung geprägt. Ich möchte daher den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Altenbruch für ihre Dienstbereitschaft herzlich danken. Möge die Freiwillige Feuerwehr Altenbruch für die nächsten 100 Jahre gerüstet sein und der Ortsgemeinschaft erhalten bleiben.

Werner Schütt Ortsbürgermeister

 

Als Ortsbrandmeister darf ich alle Mitglieder, Familienangehörige und Freunde der Freiwilligen Feuerwehr zum 100jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Altenbruch begrüßen. Desweiteren möchte ich mich auf diesem Wege bei allen Feuerwehrmännern für ihre Bereitschaftfürden Dienst in der Gemeinschaft bedan­ ken. Ich weiß, daß es nicht immer leicht ist, die Freizeit mit dem Feuerwehrdienst in Einklang zu bringen. Mein ganz besonderer Dank gilt daher aber auch den Frauen und den Familien, die oft ihre Männer und Väter zum Wohle der Allgemeinheit entbehren müssen. Das kann nicht deutlich genug gesagt werden. Wenn dann aber durch schnellen, umsichtigen Einsatz Leben oder Sachwerte gerettet werden können, dann überwiegt doch das Gefühl der richtigen Sache zu dienen und die Freizeit nicht umsonst geopfert zu haben.

Ich möchte mich daher bei Ihnen und Ihren Familien aber auch bei allen Bürgerinnen und Bürgern Altenbruchs bedanken und Sie herzlich bitten: Helfen Sie auch in Zukunft mit Tatkraft und Engagement, die vielfältigen Aufgaben zu lösen, damit die nächsten 100 Jahre ebenso erfolgreich verlaufen wie bisher.

Christian Markwardt Ortsbrandmeister

 

Fahrzeug 1925

1957 Der Fahrzeugpark

 

 

Kfz-Übergabe 1972

Der Fahrzeugstand 1992

 

 

 

Am 6. Februar 1892 fanden sich im Lokal von Hermann Reinecke- nachmals Norbert Wollmer -verantwortungsbewußte Männer aus Altenbruch ein, um die Gründungsversammlung einer Freiwilligen Feuerwehr für ihren Ort vorzunehmen. Initiator war der vorgenannte Gastwirt Reinecke.

24 Altenbrucher Bürger stellten sich diesem freiwilligen Ehrendienst zur Verfügung. Als 1. Hauptmann wurde aus den Reihen der Anwesenden demokratisch Hermann Reinecke gewählt, dem auch das 1. Kommando unterstand; wobei der 2. Hauptmann dem 2. Kommando vorstand. Ein leider arg ramponiertes Exemplar der Statuten der Freiwilligen Feuerwehr zu Altenbruch - FFA liegt noch vor, aus dem ersichtlich ist, daß dieses durch Verfügung des Kirchspielgerichtes Altenbruch vom 17. Juni 1892 im Rahmen des polizeilichen Löschwesens eingereiht und als Schutzwehr im Sinne des § 113 des damaligen Reichsstrafgesetzbuches anerkannt ist.

In den 28 Paragraphen werden im § 1 der Zweck aufgeführt "bei Feuersgefahr in Altenbruch und dessen Umgegend tätige Hilfe zu leisten". Des weiteren werden alle hiermit im Zusammenhang gesehenen Regularlen im einzelnen aufgeführt, die zu einem organisierten, disziplinierten Korps in eigener Selbstverwaltung führen. Diese Statuten wurden am 21. Mai 1902 nochmals von der Gemeindeverwaltung "ortsobrigkeitlich" genehmigt. Hierzu soll die Dienstordnung mit ihren 17 Paragraphen vom 1. April 1902 auch noch kurz erwähnt werden:

Im §1 heißt es: "Jedes Mitglied des Korps hat in und außer dem Dienste ein ehrenhaftes, männliches Betragen, insbesondere im Dienste Nüchternheit, Pünktlichkeit, Gehorsam, Ruhe, Ausdauer und wo es gilt, Mut mit Besonnenheit zu zeigen."

Die Einkleidung der Mitglieder in blauer Uniform und die Anschaff ung einer Feuerwehrspritze erfolgte bereits im Gründungsjahr. Hierfür stellte der Wehrführer ein Darlehn von 500 RM zur Verfügung; der Beitrag vom Kirchspielgericht betrug 70 RM, vom Hadler Kreistag kamen 300 RM und die Altenbrucher Bürger beteiligten sich über einen Spendenaufruf mit 477 RM, insgesamt knapp 1.500 RM.

Bis zum Jahre 1900 wurde ein monatlicher Mitgliedsbeitrag von 1 RM, bis zum 1. Weltkrieg 1914 1,50 RM erhoben. Eine große Anzahl Altenbrucher Bürger unterstützten finanziell als passive Mitglieder ihre Feuerwehr.

Wie aus dem ersten Einnahmen-und Ausgabenbuch ersichtlich ist, erhielt die FFA am 6. Mai 1893 einen Betrag von 400 RM von der Aachener und Münchener Versicherung für die Anschaffung eines Mannschaftswagens, der bereits im Juni des gleichen Jahres von dem Kameraden und Schmiedemeister Wilhelm Nübel angefertigt und geliefert wurde.

Unter dem Kommando von Hermann Reinecke entstand in wenigen Jahren ein diszipliniertes Korps mit guten Feuerlöscheinrichtungen, das sich gerade in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts, insbesondere bei Großbränden in Altenbruch, Groden, Lüdingworth und Otterndorf durch eine stete und schnelle Einsatzbereitschaft bei der Feuerbekämpfung einen guten Namen erwarb.

Bereits 1897 zählte die FFA außer 31 aktiven auch 88 passive Mitglieder. Jährlich fanden im Sommer und Winter ein Feuerwehrball statt; ein gesellschaftliches, frohes Ereignis im Ort. Die uns noch vorliegenden Daten schlossen jeweils mit einem recht ordentlichen Überschuß fürdie Vereinskasse ab.

Das 20. Jahrhundert begann für die FFA mit dem Kauf einer zweiten Feuerwehrspritze durch die Firma Tidow, Hannover, mit einem Kostenaufwand von über 1.500 RM, zahlbar in 6 Raten in 3 Jahren.

Glücklicherweise überwies zu Weihnachten 1900 der in unserem Ort geborene Deutschamerikaner Ernst Gehben einen Betrag von 500 Goldmark. In den Jahren zwischen der Gründung der FFA 1892 und 1914 waren die Einnahmen und Ausgaben der FFA in einer korrekten, jährlich geprüften Buchführung stets ausgeglichen. Im 1. Weltkrieg 1914 bis 1918 mußten viele der Feuerwehrkameraden ihre blaue Uniform mit dem feldgrauen Rock tauschen; manch einer von ihnen kehrte nicht heim. Von den nicht eingezogenen Wehrkameraden und der Bevölkerung erreichten viele Liebesgabenpäckchen ihre Kameraden an der Front. Sie waren dankbar dafür.

Bis 1915 leitete Hermann Reinecke die Geschicke der Freiwilligen Feuerwehr Altenbruch. Die Aera Brockhusen begann im gleichen Jahr mit Diedrich Brockhusen, einem Sattlermeister. Im Laufe seiner 18-jährigen Tätigkeit war er ein tüchtiger, umsichtiger Kommandoführer seiner Wehr und ein von der Bevölkerung angesehener Ortsbrandmeister. Die aktive Mitgliederzahl variierte seit Bestehen der Wehr zwischen 18 und 31 Feuerwehrkameraden, so daß der Einsatz von 2 Gruppen stets gewährleistet blieb.

Nach dem 1. Weltkrieg und der nachfolgenden Inflation begann auch in unserer Region, wenn auch schleppend, das neue Zeitalter der Technik und damit die Elektrifizierung und Motorisierung. Während der damaligen Dienstbesprechung der FFA wurde erstmalig auf die Gefahren hinsichtlich der neuen Hochund Niederspannungsleitungen im Ort mit deren Hausanschlüssen bei etwaigen Bränden hingewiesen.

Ende 1922 erfolgte die Zusammenlegung der vier Mann starken Ortsfeuerwehr, die bisher der Gemeindeverwaltung direkt unterstand, mit der FFA. 1925 wurde durch das Kommando bei der Verwaltung die Anschaffung einer Signalsirene vorgeschlagen und erstmalig für Altenbruch die Beschaffung einer Motorspritze mit der Gemeindevertretung erörtert. Die Notwendigkeit hierfür wurde erkannt, jedoch die Bewilligung der Mittel erfolgte erst acht Jahre später.

In der Nacht vom 30.11. zum 1. 12.1925 äscherte in Otterndorf ein Großfeuer vier Gebäude und das bekannte Kaufhaus Henning ein. Trotz Schneefalls traf die FFA mit Spritzen und pferdebespannten Mannschaftswagen in knapp einer Stunde am Brandplatz ein und leistete, wie im Dankschreiben der Stadt Otterndorf berichtet wird, tatkräftige Hilfe bei der Brandbekämpfung.

Die Mitglieder 1928

Zu gleicher Zeit wird die Anlegung einesTelefonsfürden Kommandeur empfohlen, um denselben schneller bei Ausbruch eines Brandes benachrichtigen zu können.

1933 trat der langjährige Kommandeur Diedrich Brockhusen aus persönlichen Gründen zurück. Als sein Nachfolger wurde Kamerad Johann Kröncke gewählt, dem bereits Anfang 1934 als neuer Brandmeister Johannes Wilhelmi mit Stimmenmehrheit folgte.

Schon 1935 wurde von der Reichsregierung die erste Luftschutzübung und damit für die gesamte FFA eine Woche Alarmbereitschaft befohlen. 1939, mit Beginn des 2. Weltkrieges, wurde auch für die FFA die Neufassung des Reichsfeuerwehrgesetzes von 1938 wirksam, die den polizeilichen Charakter der Freiwilligen Feuerwehren stark betonten. Mitte 1939 wurde die Ausrüstung der Wehr durch die Ausgabe der ersten Gasmasken durch eine Tühreranordnung" erweitert.

Auch im 2. Weltkrieg wurden wieder viele Feuerwehrkameraden zur damaligen Wehrmacht eingezogen, so daß nur noch die älteren Kameraden den "Betrieb" aufrecht erhielten. In der letzten Dienstversammlung am 29. Mai 1940 wird über das Verhalten der Feuerwehren im Kriege berichtet; dann schweigt das Protokollbuch bis zum Oktober 1947.

Mancher Feuerwehrkamerad kehrte aus diesem Kriege nicht heim oder erreichte erst nach jahrelanger Kriegsgefangenschaft wieder die Heimat. Die Hiergebliebenen und die Heimkehrer stellten sich sofort ihrer Freiwilligen Feuerwehr Altenbruch wiederzurVerfügung. So wird im ersten Protokoll nach dem Kriege , am 18.10.1947, berichtet, daß "die Abfahrt zum Feuer gut klappte, aber auf der Brandstelle funktionierte das Gerät nicht'`.

 

Feuer bei Völz 28.12.67

Seit 1939 bekleidete Willi Brockhusen, auch Sattlermeister wie sein Vater, das Amt des Orts- und Gemeindebrandmeisters, der auch gleichzeitig als Gemeinderatsmitglied die Interessen der politischen .Gemeinde wahrnehmen mußte.

Wie ein roter Faden führt ein Positivum durch die Protokollbücher: die gute Kameradschaft der Feuerwehrmänner miteinander seit Bestehen der FFA. Einen großen Stellenwert hierbei nehmen immer wieder die gute Organisation und die reibungslose Abwicklung der seit 1950 Jeweils am 1. Sonnabend im Februar stattfindenden Wintervergnügen, sprich Feuerwehrball, ein, die unter großer Beteiligung der Mitbürger abgehalten wurden.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte Ende 1959 das umgebaute Nebengebäude der Villa Gehben im Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte Ende 1959 das umgebaute Nebengebäude der Villa Gehben im Erdgeschoß als Gerätehaus und 1978 das 1. Obergeschoß mit viel Eigenleistung als Schulungs- und Aufenthaltsraum der FFA übergeben werden. Dieses neue Zuhause dient der Feuerwehr in der Tat als Treffpunkt aller Männer mit ihren Familien und Freunden, ein Dreh- und Angelpunkt in der Ortsmitte. Beflügelt durch die meist guten Zahlen des jeweiligen Kassierers zeigten ab 1958 einige Kameraden ein reges Interesse an einer Bustagestour, die dann 1959 erstmalig als "Fahrt ins Blaue" unternommenwird. Das bekannte Reisefieber, vornehmlich wohl bei den Frauen der Feuerwehrkameraden, löste den Beginn der ab 1975 in jedem Jahr veranstalteten mehrtägigen Busreisen innerhalb und außerhalb der Bundesrepublik aus.

1972 wurde Altenbruch im Zuge der Gebietsreform ein Stadtteil von Cuxhaven.

Bereits bei der Übergabe der Räumlichkeiten im 1. Obergeschoß 1978 fanden erste Gespräche über eine Erweiterung des Erdgeschosses statt, um hier den neuen Vorschriften entsprechend alle Geräte, Fahrzeuge und die Ausrüstung für die Brandbekämpfung unterzubringen. Immer wieder, jahrelang fehlten die Gelder hierfür.


1972 30 Mann aktiv

Erst Mitte des letzten Jahres konnte der gordische Knoten durchschlagen werden, helfend dabei dig beiden Worte: Eigeninitiative und Eigenleistungen.

Durch die beispiellose Einigkeit aller Männer und der Pensionäre der FFA, dieses Bauvorhaben größtenteils in eigener Leistung durchführen zu wollen, gab die Stadtverwaltung grünes Licht für den Erweiterungsbau.

Der notwendige Abriß eines im Wegestehenden kleinen Wohnhauses erfolgte Anfang November 1991, die offizielle Grundsteinlegung am 6. Dezember 1991 und die Richtfeier am 18. Januar 1992.

Feuer in der Hengststation "Bargfrede"

Mit einer Eigenleistung der FFA bis zur Fertigstellung Ende April 1992von ca. 3000 Arbeitsstunden findet dieser Kraftakt sein Ende. Die FFA ist froh und stolz über ihr ohne einen Unfall vollbrachtes Werk und an dieser Stelle den Allenbrucher Bürgern dankbarfürdie zahlreiche Unterstützung, die spontan den am Bau Beteiligten zuteil wurde, ebenso der Stadt und dem Ortsrat.

So schaut die Freiwillige Feuerwehr Altenbruch gelassen und guten Mutes in das 2. Jahrhundert ihres Bestehens, voll Zuversicht auf Glück und Frieden.

Anläßlich des nunmehr hundertjährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Altenbruch werden bei manchen Erinnerungen' geweckt, die eine Verbreitung für die Bürger unseres Ortes und weiteren Interessierten in Schriftform rechtfertigt.

Als Vorläufer unserer jetzigen Feuerwehr kann die laut dem Hamburger Karl Lohmeyer im Jahre 1672 gegründete Feuergilde für Altenbruch und Lüdingworth angenommen werden.

Die Aktiven 1992

Diese Gilde war eine freiwillige Vereinigung von Grundeigentümern beider Orte, die sich in ihren Statuten verpflichten- durch die Bereitstellung von Baumaterialien oder hierfür Geldeswert sich im Feuersfalle gegenseitig zu unterstützen -. Jedes Mitglied hafte hierfür je nach Größe des Anwesens wenigstens einen ledernen Wassereimer, einen starken Nothaken und eine Sturmlaterne für die Feuerbekämpfung bereitzuhalten.

Seit ihrer Gründung 1892 hat die Freiwillige Feuerwehr Altenbruch gezeigt, daß sie in allen ihren, wohl mehr als 1000 Einsätzen, wo auch immer erforderlich, bei Schadenfeuer, Großbränden, Wald-, Heideoder Moorbränden, Hochwasser und Sturmfluten, Bergung von in unserem Hafen liegenden Booten, Schiffbrandbekämpfung, insbesondere auch bei kleinen und schweren Verkehrsunfällen oder Verkehrsregelungen im Ort, sich selbst über alle Jahre treu blieb: Leben, Hab und Gut zu schützen und zu retten.

Grundsteinlegung für Erweiterungsbau 08.12.1991

Dieser uneigennützige Einsatz wurde den Männern der Feuerwehr über Jahrzehnte hinweg besonders durch eine sehr positive Einstellung der Bevölkerung in vielerlei Hinsicht gedankt.

An Nachwuchs von neuen, jungen Kameraden über die Generationen hinaus, fehlte es in Altenbruch nicht. Namen wie Diedrich Brockhusen und sein Sohn Willi, waren in mehr als 45 Jahren Führer der Wehr, als Kommandeur oder Gemeindebrandmeister tätig, die jeweils zu ihrer Zeit der Freiwilligen Feuerwehr Altenbruch ihren eigenen Stempel aufdrückte, Vorbilder für das Feuerlöschwesen.

So auch die Familie Nübel. Mit Wilhelm, Heinrich, Herbert und Rainer nahmen sie in vier Generationen Führungspositionen in ihrer FFA ein, die Achtung verdient. Über drei Generationen hinweg sind die Familien Markwardt und Hutwalker mit der Feuerwehr verbunden und viele jetzige junge Kameraden, dren Väter nicht nur der gute Kameradschaft wegen ihren Dienst in der Wehr nachgingen; einfach der Idee wegen, zu helfen.

Möge der gute Geist in dieser Kameradschaft des Helfenwollens für die gesamte Ortsgemeinschaft in Zukunft erhalten bleiben.

Richtfest 17.01.1992

 

 

 

     

     

     



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